Heute hatte eine Freundin Stress mit der…

Heute hatte eine Freundin Stress mit der BVG. Hier ihre Beschwerdemail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

dies ist eine Beschwerdemail.

Heute (4. Januar 2011) fuhr ich mit dem Bus 249 Richtung Grunewald, Roseneck. Es war gegen 20:00 Uhr, Wagennumer 1275.
Ich saß auf dem Sitz hinter dem Fahrer und telefonierte mit einer normalen Lautstärke, mit der man sich auch mit einem eventuellen Sitznachbarn unterhalten hätten. Ein weiterer Fahrgast war ebenfalls am Telefonieren, ebenfalls in ganz normaler Lautstärke.
Dem Busfahrer war das anscheinend schon zu viel. An der Bushaltestellte Pariser Straße blieb er stehen, und schaltete den Motor aus. Es folgte eine aggressive Durchsage, Zitat: „Wenn sie fertig telefoniert haben, sagen Sie mir Bescheid.“
Der andere Fahrgast beendete daraufhin sein Gespräch. Ich telefonierte weiter, da es ja wohl nicht verboten sein kann, in einem Bus zu sprechen. Kurz nach Abfahrt von der Station Heidelberger Platz drückte ich den STOP-Knopf, da ich an der nächsten Station aussteigen wollte. Ich war die Einzige, die aussteigen wollte. An der Station Forckenbeckstr./Sportanlagen ging ich dann zur Mitteltür. Der Bus blieb stehen. Die vordere Tür ging auf, Gäste stiegen ein. Die mittlere Tür, bei der ich gedrückt hatte und aussteigen wollte, blieb geschlossen. Das kommt manchmal vor, also drückte ich mehrmals. Die Tür blieb zu. Durch den Spiegel des Busfahrers sah ich den Busfahrer, wie er mich anschaute. Ich drückte weiter, aber die Tür blieb geschlossen. Also ging ich zur vorderen Tür, um auszusteigen. Auch diese blieb geschlossen. Ich teilte dem Busfahrer mit, dass ich aussteigen wollte. Nur widerwillig öffnete er die vordere Tür und sagte in einem herablassenden Ton „Dann steigen sie doch aus. Telefonieren können sie aber.“ Als ob ich nicht versucht hätte, schon durch beide Türen auszusteigen.

Da stellen sich mir einige Fragen:

Sind die Busfahrer nur dann in der Lage, Bus zu fahren, wenn die Fahrgäste ruhig sind?
Finden Sie es in Ordnung, dass Busfahrer so mit telefonierenden Fahrgästen umgehen? Sollten Busfahrer nicht in der Lage sein, in voll besetzten Bussen, die deutlich lauter sind, die Nerven zu behalten?

Als ich dann ausgestiegen war, fiel mir ihre Plakat-Werbung ein, in der Busfahrer zu sehen sind, und geschrieben steht „Ich fahre gerne für Sie.“
Ich hoffe, sie haben Verständnis dafür, dass ich über diese Werbung nur noch lachen kann.

Was sagen sie zu dem Vorfall?

Eine Kopie dieser E-Mail wird unter https://fundzeuch.wordpress.com/2011/01/04/bvg-liebe-fahrgaste-schon-die-fresse-halten/ veröffentlicht. Ich behalte mir vor, Antworten ihrerseits für Dokumentationszwecke zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

 

UPDATE: Heute kam eine Antwort:

 

Sehr geehrte Frau …,

wir bedanken uns für Ihre E-Mail vom 04.01.11 und bedauern es, dass Sie über unseren Omnibusfahrer der Linie 249 verärgert sind.

Die BVG ist ein Dienstleistungsunternehmen und Sie dürfen selbstverständlich von jedem Mitarbeiter ein umsichtiges, kundenorientiertes Verhalten erwarten. Dazu gehört auch ein vernünftiger Umgang mit den Fahrgästen. Es tut uns Leid, dass Ihre Erwartungen in diesem Fall enttäuscht wurden. Daher werden wir den Vorfall deutlich und geeignet ansprechen. Anhand der genannten Daten können wir den betreffenden Fahrer zweifelsfrei ermitteln. Gut, dass Sie sich auch die Wagennummer gemerkt haben.

Wenn der Fahrer sich in seiner Konzentration durch Ihr Gespräch gestört fühlte, hätte er Ihnen dies auch in einer angemessenen Weise mitteilen können und die „Schikane“ beim Ausstieg unterlassen sollen. Da er die Verantwortung für die sichere Beförderung seiner Fahrgäste hat, unterliegt es natürlich seiner Entscheidung, unter welchen Bedingungen er seine Arbeit leisten kann.

Leider können wir Ihre negative Erfahrung nicht ungeschehen machen, wir möchten Sie jedoch herzlich um Entschuldigung bitten. Wir freuen uns darauf, Sie künftig wieder von unserer Leistungsfähigkeit überzeugen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

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